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Gruppendenken (groupthink)

Eine Gruppe ist eine soziale Einheit. Nach einer umfassenden Definition gibt es sie dann, wenn sich 2 oder mehr Einzelpersonen als Mitglieder verstehen. Wenn Gruppenmitglieder die eigene Meinung an die erwartete Gruppenmeinung anpassen, spricht man von Gruppendenken (groupthink). Damit kann Gruppendenken zu schlechteren Entscheidungen oder auch Fehlentscheidungen führen. Dieses Phänomen wurde anhand mehrerer politischer Entscheidungen untersucht; beispielsweise ist die Invasion der Schweinebucht (Kuba 1961) durch die Amerikaner zu erwähnen. Nach nur 3 Tagen waren die Amerikaner den Kubanern unterlegen. Die Entscheidung zu dieser Invasion beruhte auf einer Reihe von Fehleinschätzungen, obwohl sie von einer Gruppe Experten und Erfahrener getroffen wurde.

Neben übermäßigem Harmoniestreben werden unzureichende Informationen als Ursachen für derartige Fehlentscheidungen gesehen. Nicht ausreichend standardisierte Entscheidungsfindungsprozeduren werden außerdem als Grund angeführt. Um Wissen und Erfahrungen einzelner Personen möglichst effizient und themenfokussiert nützen zu können, werden in Politik wie Wirtschaft Entscheidungen regelmäßig in Gruppen getroffen. Zur Vermeidung von Gruppendruck sollten daher: 1) jedem Mitglied sämtliche entscheidungsrelevante Informationen vorliegen 2) eine vollständige Betrachtung (Alternativen, Risiken, Eventualfälle) der Sachlage erfolgen 3) Druck auf Meinungsabweichler vermieden werden 4) die Gruppe möglichst unterschiedlich (sozial, ideologisch) zusammengesetzt werden.

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