blockHeaderEditIcon
Cyberkriminalität - wer sind die Täter?

Immer wieder berichten die Medien über Hackerattacken; zuletzt hat die Bekanntmachung privater Daten deutscher Politiker für ein gewisses Aufsehen gesorgt. Wer also sind die Täter, die hinter solchen Angriffen stecken?

Der Begriff „Hacker“ wird landläufig für einen Cyberkriminellen verwendet. Doch erfolgt eine solche Verallgemeinerung zu Unrecht. Die Tatbereiche sind auch im digitalen Raum äußerst vielseitig, weshalb eine Täterdifferenzierung erfolgen sollte. Es wird daher ausdrücklich darauf hingewiesen, dass sich dieser Artikel mit Cyberkriminalität im engen Sinn, also mit Taten gegen Internet, Datensysteme und informationstechnische Systeme, beschäftigt. Nicht erfasst sind daher andere Delikte wie beispielsweise Beleidigungen in Social Media, Pornografie, Piraterie oder Schutzverletzungen. Die beiden letztgenannten Delikte sind mittlerweile Massenphänomene; sie werden sowohl von Gelegenheitskopierern als auch in organisierter Form verübt.

Zwar gibt es den „Typischen Hacker“ nicht; mehrheitlich finden sich jedoch Schüler, Studenten und Auszubildende unter den Hackern. Demzufolge ist die Hackermehrheit jung. Ein großer Teil kommt aus einem problembelasteten Umfeld, wobei alle Gesellschaftsschichten umfasst sind. „Hacking“ benötigt keine Standardausbildung, die dafür notwendigen Fähigkeiten wurden im Regelfall autodidaktisch erworben, meist durch „trail and error“, also Versuch und Irrtum. Zwar ist der Hacker beim Erwerben seines Könnens überwiegend unabhängig, dennoch finden sich am Beginn von Hackerkarrieren oft Mentoren. Mit fortgeschrittenen Fähigkeiten besteht oftmals auch die Bereitschaft zur temporären Zusammenarbeit, die durch Austausch in Foren und/oder sonstigen Netzwerken erfolgt. In der realen (analogen) Welt gibt es Hackerräume, in denen, oft von NGOs (Nichtregierungsorganisationen), Material und Informationen für Hacker zur Verfügung gestellt werden. Ein Wissensaustausch wird auch in/durch Hackerkonferenzen ermöglicht.

Berührungspunkte mit der Strafjustiz erfolgen meist erst durch die Hackertätigkeit, wobei Hacker Verfolgungswahrscheinlichkeit und Verfolgungserfolg als gering einschätzen.

Die Motive der Täter sind unterschiedlich, sie reichen von bloßem Nervenkitzel bis hin zur reinen Zerstörungssucht. Es ist zu erwähnen, dass diverse „Zerstörungsangebote“ auch wenig geübten Tätern ein Angreifen grundsätzlich ermöglichen. Damit wird Cyberkriminalität zur Dienstleistung und Schadsoftware zum Service! Nicht minder unterschiedlich sind die Angriffsziele. Diese spannen einen weiten Bogen von Privatpersonen bis hin zu Regierungen.

Attacken erfolgen entweder rein situativ bedingt, in dem eine bestehende Tatgelegenheit genützt wird, oder sie erfolgen geplant, heutzutage häufig durch organisierte Tätergruppen.

Digitalisierung ist Bestandteil unserer aktuellen Alltagswirklichkeit, und bringt Nutzen wie Risiken. Geschärftes Risikobewusstsein und geeignete Präventionsmaßnahmen sind für ein Bewegen im digitalen Raum daher unumgänglich notwendig.

 

Anm.: Inhaltlich stützt sich dieser Artikel auf einen Bericht des deutschen Bundeskriminalamts aus 2015. Dieser Bericht wiederum stützt sich auf vorliegende Literatur zum Thema Cyberkriminalität

Benutzername:
User-Login
Ihr E-Mail
*