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Transaktionsanalyse kurz erklärt

Unter dem Begriff Transaktionsanalyse wird ein Kommunikationsmodell verstanden. Transaktionen sind, nach diesem Modell, Botschaften die an andere Personen gesendet werden. Zentrale Bedeutung haben die ICH-Zustände, die tendenziell an Sigmund Freuds Strukturmodell der Psyche (Ich, Es, Über-Ich) angelehnt sind. In der Transaktionsanalyse gibt es folgende ICH-Zustände:

  • Eltern-ICH
  • Kind-ICH
  • Erwachsenen-Ich

Vom ICH-Zustand sind das Denken, das Fühlen, und das Verhalten erfasst. Der ICH-Zustand beschreibt wie man in einer bestimmten Situation ist; er ist also eine komplexe Angelegenheit. Ein- und dieselbe Botschaft kann von unterschiedlichen ICH-Zuständen aus (ab-)gesendet werden. Die beispielsweise aus dem Eltern-Ich-Zustand gesprochene Botschaft „Reich mir doch bitte die Tasche“, wird sehr wahrscheinlich anders beim Empfänger ankommen als die gleiche Botschaft, die aus dem Kind-Ich-Zustand gesendet wurde. Denn, vereinfacht dargelegt, drücken sich im Eltern-Ich-Zustand unsere moralischen Ansichten und Einstellungen aus, wir agieren/reagieren wie eine Autoritätsperson, die uns in der Kindheit geprägt hat. Im Kind-Ich-Zustand zeigen sich unsere Bedürfnisse/Wünsche, wir agieren/reagieren mit kindlichen Strategien, und finden in diesem Zustand auch den Raum für Spontanität und Kreativität. Das rationale Handeln im Hier und Jetzt ermöglicht uns der Erwachsenen-Ich-Zustand; in diesem Zustand können wir strukturiert vorgehen.

Auf die Unterteilung der einzelnen Ich-Zustände wird in diesem Artikel nicht eingegangen.

In der Transaktionsanalyse sind zahlreiche unterschiedliche Transaktionsmuster möglich, wobei nachfolgend die wichtigsten erklärt werden. Die 3 Hauptformen sind:

  • Parallele Transaktion
  • Gekreuzte Transaktion
  • Verdeckte Transaktion

Bei der „Parallelen Transaktion“ wird die Botschaft vom Sender an einen bestimmten Ich-Zustand des Empfängers gerichtet, und der Empfänger reagiert mit diesem angepeilten Ich-Zustand. Beispielsweise wird die Frage nach der Uhrzeit vom Erwachsenen-Ich-Zustand an den Empfänger abgesendet, und dieser reagiert darauf vom angepeilten Erwachsenen-Ich-Zustand aus. Oder der Vorwurf des Zuspätkommens wird vom Eltern-Ich-Zustand aus an den Kind-Ich-Zustand des Empfängers gesendet, und von dort aus reagiert dieser mit beispielsweise (kindlichen) Ausreden und Entschuldigungen.

Anders als bei der „Parallelen Transaktion“ wird bei der „Gekreuzten Transaktion“ nicht mit dem vom Sender angepeilten Ich-Zustand reagiert. Der Empfänger reagiert also mit einem anderen Ich-Zustand als erwartet/erhofft. Die mit einem „Sperren Sie doch die Augen auf“, beantwortete Frage nach einem Restaurant, ist ein Beispiel für die „Gekreuzte Transaktion“. Das in solcherart gestörter Kommunikation enthaltende Streit- und Konfliktpotential ist offensichtlich.

Als schwierig kann sich auch die „Verdeckte Transaktion“ erweisen, da sie neben dem vordergründigen (verbalen) Inhalt zeitgleich über beispielsweise Tonfall oder Körpersprache auch eine verdeckte psychologische Botschaft sendet.

Transaktionen werden, das ist zusammenfassend nochmals festzuhalten, immer von Ich-Zuständen beeinflusst.

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